Vortragsmanuskripte von Superintendent Paul Kramm aufgefunden

Kürzlich wurden im Archiv des Kirchenkreises Recklinghausen (Arch KK RE) mehrere Dutzend handschriftliche Predigten sowie 13 handschriftliche Vorträge von Paul Kramm (1873-1947) gefunden. Paul Kramm war Pfarrer in Recklinghausen Bruch und von 1924 bis 1945 Superintendent des Kirchenkreises Recklinghausen. Kramm zeichnete sich durch eine nationalprotestantische Grundhaltung aus und war während des sog. "Dritten Reiches" Mitglied der Bekennenden Kirche. Am 9. Februar 1934 wurde er von Reichsbischof Müller seines Amtes als Superintendent enthoben, weil er gegen die "Verordnung betreffend die Wiederherstellung geordneter Zustände in der Deutschen Evangelischen Kirche", den sog. "Maulkorberlass", verstoßen hatte.

Die aufgefundenen Vorträge, die gegenwärtig in einem Projekt an der Universität Osnabrück transkribiert werden, tragen folgende Titel:

Datierbare Vorträge

1. Friedrich Nietzsche (1913).

2. Luther als Anfänger einer neuen Kultur (4.11.1917).

3. Dr. Martin Luther, der Profet des deutschen Volkes auch für die Gegenwart (4.11.1917).

4. Das deutsche evangelische Pfarrhaus, ein gesegnetes Kind der Reformation (1918).

5. Besondere Nöte und Schwierigkeiten des Pfarramts in heutiger Zeit und in unsrer Gegend (11.3.1924).

6. Selbstdisciplin und Standesdisciplin (1925).

Gegenwärtig nicht datierbare Vorträge

7. Die Bedeutung des Alten Testaments für den modernen Christen.

8. Evangelische Freiheit.

9. Heilige Selbstzucht im Amtsleben.

10. Die Innere Mission und die Kinder.

11. Der Sinn des Leidens.

12. Die innere Lage der evang. Kirche Deutschlands.

13. Der Kampf um das Bekenntnis in der evangel. Kirche Deutschlands.

AG (März 2015)

 

 

 

Paul Kramm (1873-1947), Superintendent des Kirchenkreises Recklinghausen von 1924 bis 1945

Erste Manuskriptseite des Vortrags "Dr. Martin Luther, der Profet des deutschen Volkes auch für die Gegenwart" (4.11.1917)